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Experimentiersystem in Modul-Bauweise

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    Experimentiersystem in Modul-Bauweise

    Darf ich fragen, was sind das für LS die in einem Piega Hörraum stehen?

    Die LS gleich rechts der Anlage. Sehen als ob es LS aus den 90er Jahren sind und definitiv keine von Piega.
    Ich weiss, es hat nichts mit dem Thema zu tun, aber ich hoffe, ich darf die Frage trotzdem stellen.

    #2
    Natürlich kannst du die Frage stellen.

    Schaue mal in den Beitrag mit dem Bild, dort habe ich grob skizziert, was das für ein "Ding" ist.

    Etwas genauer:
    Es handelt sich tatsächlich um einen "PIEGA-LS". Allerdings ist nicht einmal ansatzweise geplant, dieses "Ding" serienreif zu bauen.

    Es ist ein modulares System, bestehend aus einem Bassteil und einem Mittel-Hochton-Gehäuse. Das Bassteil war zu meinem Besuch nahezu kompromisslos aufgebaut und es wurden die wohl besten Tieftöner eingesetzt, die im Augenblick serienmäßig zu bekommen sind: Die Purifi-Chassis. Der Hersteller hat sich durch die Schaltverstärker einen Namen gemacht und überdachte "ganz nebenbei" das Tieftonchassis neu. Neben cleveren Lösungen im Bereich des Antriebes (Magnet/Spule) ist die Sicke besonders auffällig. Die sieht aus, als hätte sich ein durchgeknallter "Messer-Schlitzer" an der Sicke ausgetobt. Warum und wieso die Sicke so kurios aussieht, können wir bei Bedarf gesondert behandeln. Die Chassis zeichnen sich durch grandiose Messwerte aus, sind aber insgesamt im Markt (noch) recht selten. Ursache dafür ist sicherlich das ungewöhnliche Sickendesign als auch der Preis. Die Dinger kosten richtig "viel Geld".
    Gibt mehrere Größen, hier mal ein Muster:
    Test Lautsprecherchassis Tieftöner 2025: Unsere Redaktion hat den Purifi PTT10.0X04-NAB-01 für Sie unter die Lupe genommen


    Zu meinem Besuch waren mehrere Purifi-Chassis in der Kiste verbaut!

    Mit diesem Bassgehäuse steht ein kompromissloses "Fundament" zur Verfügung, um in Verbindung mit dem modularen Mittel-Hochton-Gehäuse unterschiedlichste Chassis-Kombinationen zu testen.

    Das ist jetzt nur ein Beispiel zur Verdeutlichung:
    Es wird der RM-Tweeter in Kombination mit einem Konusmitteltöner in das MHT-Gehäuse eingebaut.
    In ein zweites MHT-Gehäuse kommt der große Coax.

    Die PIEGA-Crew kann ohne großen Aufwand durch den Tausch der "MHT-Aufsätze" Vergleiche und Messungen durchführen. Den Kombinationsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.

    Mit einem "Komplett-LS" wäre das schwerer umsetzbar, weil du immer andere Schallwände und somit mehrere "große Gehäuse" einsetzen musst, da ja die Chassis-Ausschnitte in der Schallwand passen müssen. Auch die Kosten für die MHT-Gehäuse halten sich in Grenzen, da ja nur "die kleine Kiste" erforderlich wird.

    Aus dieser Kombinationsvielfalt des Modul-Systems ergibt sich zwangsläufig, dass keine Frequenzweiche integeriert ist. Die Weiche wird im Rechner simuliert. Genauer habe ich das hier beschrieben. Insgesamt handelt es sich bei dem "Ding" also eher um ein "Tool" für die Entwicklungsarbeit.

    Das stimmt, das sieht so aus, wie ein System aus den 80ern/90ern. Schon damals gab es Versuche, solche modularen System im Markt zu platzieren. Hat aber auf Menge gesehen im Markt nie funktioniert.

    Also, keine Angst, keine Panik.... Das "Ding" kommt nicht.







    Norbert,
    der NUR den eigenen Ohren vertraut

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      #3
      Hat mir keine Ruhe gelassen

      Eine der Firmen, die damals Modul-Systeme im Programm hatten, war der kleine Berliner Hersteller TMR

      In der Übersicht sieht man das Tiefton-Gehäuse und darauf dann verschiedene Aufsätze

      Konstruktion, Fertigung und Vertrieb elektroakustischer Geräte. Inlandvertrieb von Lautsprecher- und NF-Kabel TMR Ramses sowie der Lautsprecherboxen von TMR. Audio-Consulting, Raumakustik.


      Weit verbreitet war das aber nie.


      Im Profilager (PA-Technik) ist das Konzept recht häufig. Ab und zu sieht man es auch noch im Aktiv-Lager, z. B. bei Kii

      Jetzt aber schnell zurück zur 801
      Norbert,
      der NUR den eigenen Ohren vertraut

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        #4
        Danke Norbert für die Erläuterungen.

        Schade kommen diese LS nicht. Ich frage mich natürlich, wenn solche LS nicht "kommen", resp. nicht von Piega gebaut werden, wozu dann der Aufwand inkl. der "Lackierung"? Die Dinger sind ja weit weg von Piegagehäusen.

        TMR hat tolle LS gebaut.

        Und ja, bin gespannt wie sich die 801 im Markt behaupten. Die ersten Tests waren vielversprechend.
        Zuletzt geändert von mepe; 14.12.2025, 18:29.

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          #5
          Meinst du jetzt den Bauaufwand für die Gehäuse?
          Der ist gar nicht soooo groß. Es handelt sich um MDF-Gehäuse, natürlich nach den Regeln der Boxenbaukunst aufgebaut. MDF sollte eigentlich lackiert werden, da es z. B. auch recht "eifrig" Feuchtigkeit aufnimmt. Die Lackierung ist eher "rustikal" und Lichtjahre von dem entfernt, wie z. B. bei der C40 .

          In jedem Falle ist dieses Konzept billiger und schneller umsetzbar, als wenn für jede Konfiguration ein komplettes Experimentier-Gehäuse (also auch für die Bass-Chassis) gebaut werden muss.

          Aber spinnen wir mal weiter, wie so etwas tatsächlich umgesetzt werden könnte.

          Wie ja die eifrigen Stammleser wissen, ist jedes Chassis eingebettet in der Gesamtabstimmung. Das heißt, ein anderer Hochtöner und schon sollte u. U. auch der Bassbereich anders abgestimmt werden. Wäre solch ein Ding passiv aufgebaut, müsstest du ein Arsenal an Frequenzweichen vorhalten, um die verschiedenen Bau-Optionen korrekt anzupassen. Ich glaube, jeder kann nachvollziehen, dass das unwirtschaftlich und unpraktikabel ist.

          Bleibt also der aktive Weg. Ganz grob skizziert wäre es denkbar, dass über verschiedene integrierte Presets an die unterschiedlichen Varianten angepasst werden kann. Das könnte so aussehen, dass der DSP und die Endstufen für den Bass im Bass-Gehäuse untergebracht sich. Das MHT-Modul enthält dann "nur" die Endstufe/n für die Chassis-Bestückung.

          Rein in der Theorie sollte das sogar mit den Strangpressprofilen möglich sein.

          Ob und wie das beim internationalen Publikum ankommt, kann ich dir nicht sagen.



          Aber nochmals ganz deutlich. Das Modulsystem auf dem Bildchen ist ein reines Experimentier- und Mess-System für die Entwicklung.






          Norbert,
          der NUR den eigenen Ohren vertraut

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